Die Ernährung

Alle Schlammschildkröten sind carnivore Ernährer, sie fressen also beinahe ausschließlich tierische Futtermittel. Außerdem fressen Schlammschildkröten in der Natur in den meisten Fällen vom Boden, suchen also wenig Nahrung an der Wasseroberfläche, sondern am Bodengrund.

In der Natur ernähren sich Schlammschildkröten oftmals zu einem gewissen Teil auch von pflanzlicher Nahrung (ERNST & LOVICH 2009), jedoch hat sich herausgestellt, dass sie menschlicher Obhut meist darauf verzichten. Aus diesem Grund ist die Bepflanzung des Aquaterrariums auch möglich. Sollte das individuelle Tier dann doch Lust auf Pflanzen haben, kann es sich frei bedienen. Oftmals werden Pflanzen jedoch nur einmal angeknabbert; vermutlich wollen die Tiere dann nur wissen, wie die jeweilige Pflanze schmeckt.

Zur Fütterung tierischer Nahrung eignen sich Regenwürmer, Asseln, Schnecken, Heuschrecken und Wasserinsekten aus dem Teich. Ab Frühling können außerdem Mückenlarven aus Eimern gefischt werden. Das Lebendfutter kann also im heimischen Garten oder im Wald um die Ecke eingesammelt und direkt verfüttert werden. Da unser Bedarf an Futterwürmern deutlich unsere Buddelkraft übersteigt, kaufen wir diese auch online zu. Die Tiere sollten, wenn sie nicht direkt verfüttert werden, in einem Wurmkomposter gehältert werden. Andernfalls können die Würmer bei falscher Lagerung leicht verderben. Auch Fische und kleinere Krebse werden gerne gefressen.

Wer keine Zeit oder Lust hat, ständig Lebendfutter zu kaufen oder zu suchen, der kann in den üblichen Zooläden Frostfutterpakete erwerben. Dieses ist meist in kleinen Würfeln vorportioniert – diese müssen dann nur noch unter kaltem Wasser aufgetaut werden und können dann direkt ins Becken gegeben werden. Besonders beliebt sind auch hier die Mückenlarven (vor allem rote Mückenlarven werden gerne gefressen), Krill, Mysis und Tubifex. Auch gefrorene Mäusebabys werden, wenn sie aufgetaut sind, gerne von Tropfenschildkröten erlegt.

Trockenfutter kann in Form von Gammarus, Shrimps, Anchovis,Grashüpfern und z.B. Tetra ReptoMin gefüttert werden. Nichts ist schlimmer als komplett einseitige Ernährung.

Zur Versorgung mit Kalzium sollte immer etwas Sepiaschulp oder Eierschale im Becken vorhanden sein. Hier können sich die Tiere dann eigenständig bedienen, sofern sie Bedarf haben.

Eine strittige Frage ist, wie viel wie oft verfüttert werden sollte. Hierzu gibt es keine goldene Regel, die blind befolgt werden kann. Viele Halter füttern an drei bis vier Tagen die Woche tierische Nahrung etwa in der Menge, die der Kopfgröße entspricht. Pflanzliche Nahrung muss, wie bereits gesagt wurde, jederzeit zur Verfügung stehen – dadurch wird auch immer verhindert, dass das Tier verhungert. Fährt man beispielsweise für ein paar Tage in den Urlaub, ist es nicht nötig, dass das Tier in der Zwischenzeit gefüttert wird – es versorgt sich durch die Pflanzen selbst.