Die Eiablage & Inkubation

Wir können, grob gesagt, von zwei verschiedenen Klimabereichen ausgehen: Der kälteren Region in Nordamerika sowie der wärmeren Region in Südamerika.

Nordamerikanische Wasserschildkröten paaren sich in der Regel im Herbst und im Frühjahr. Die Paarung im Herbst ist nötig, damit das Weibchen über die Zeit der Überwinterung die Follikel ausbilden kann. Sobald das Tier wieder wach ist, bilden sich dann die Eier aus und die erste Eiablage erfolgt nach etwa sechs bis acht Wochen. In der Zeit und anschließend findet die zweite Paarung statt. So kommt es in der Regel zu ein bis drei Gelegen im Jahr.

Südamerikanische Wasserschildkröten benötigen aufgrund der ganzjährig relativ hohen Temperaturen keine Überwinterung. So kann es ganzjährig zu Paarungen kommen – allerdings gibt es, je nach Verbreitungsgebiet, eine Zeit der Sommerruhe: Der Wasserstand steigt zunächst enorm an, anschließend trocknen Seen, Bäche und Flüsse aus. Während dieser Zeit vergraben sich die meisten Tiere, bis ihre natürlichen Habitate wieder ausreichend Wasser führen. Dies ist zu vergleichen mit der Winterstarre der nordamerikanischen Schlammschildkröten. Auch hier bilden die Weibchen während der Sommerruhe die Follikel aus, wenn es zuvor zu einer Paarung kam, im Anschluss werden dann die Eier gebildet und später abgelegt.

Die Gelegegrößen unterscheiden sich dann je nach gehaltener Art, genaue Informationen finden sich hierzu bei SCHILDE (2001), ERNST & LOVICH (2009) und LEGLER & VOGT (2013).

Der Eiablageplatz muss für die üblichen Schlammschildkröten nicht besonders groß sein, er sollte etwa dem Doppelten der Panzerlänge in Länge und Breite entsprechen. Die Tiefe muss mindestens der eineinhalbfachen Panzerlänge entsprechen. Für eine 10 cm große Schlammschildkröte reicht somit ein Eiablageplatz von 20 x 20 x 15 cm aus. Dieser wird mit einem Sand-Erde-Gemisch gefüllt und stetig feucht gehalten – jedoch sollte er nicht mit Wasser überschwemmt werden. Die Weibchen buddeln ihre Eier entsprechend tief ein, anschließend müssen sie vorsichtig geborgen und in einen Inkubator überführt werden.

Für die Inkubation von Wasserschildkröteneiern eignen sich einfache Brutapparate aus dem Terraristikfachhandel.  Die Eier werden in kleinen Grillendosen in feuchtes Vermiculit, Seramis oder Perlite eingegraben und dann konstant bei Temperaturen zwischen 24 Grad Celsius und 30 Grad Celsius bebrütet. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 90-99% betragen. Je nach gehaltener Art kann die Inkubationsdauer deutlich unterschiedlich sein, zwischen 50-250 Tagen sind möglich. Generell gilt: Schlammschildkröten-Eier sollten erst dann entsorgt werden, wenn sie stinken oder ein Jahr alt sind – ansonsten besteht weiterhin die Chance, dass etwas schlüpft. Auch hier finden sich genaue Daten bei SCHILDE (2001), ERNST & LOVICH (2009) und LEGLER & VOGT (2013).